Folgen von Dauerstress

Stress-Dauerreaktionen

Unser Körper ist nicht auf Dauerstress eingerichtet. Ein lang anhaltender erhöhter Pegel des Stresshormons Cortisol wirkt nicht nur direkt schädigend auf unsere Organe, sondern bringt auch das ganze Wechselspiel mit anderen Hormonen durcheinander, die eine Regeneration oder Schutz des Körpers und der Psyche ermöglichen.

Dazu gehören u.a. die Bildung der Stress-Gegenspieler: Dopamin, Serotonin, Melantonin, DHEA und vieles mehr. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise hilft uns zu verstehen, warum so viele Phänomene in unserem Körper auf Stress zurück zu führen sind, und warum wir nicht auf die Symptome wirken sollten, sollten auf die eigentlichen Ursachen.

So wird z.B. deutlich, dass Blutdruck senkende Mittel nur absolut die zweite Wahl sein sollten, sondern zunächst Vitalstoffe, die den Mineralstoffhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen und den verursachten zusätzlichen oxidativen Stress beheben/lindern können.

Aber nun im Einzelnen die negativen Auswirkungen von Cortisol.

 

Auswirkungen von lang anhaltendem erhöhtem Cortisolspiegel

 

Stoffwechsel

Die Hauptwirkung des Cortisols ist die Beeinflussung des Kohlenhydratstoffwechsels.

Es fördert den Protein/Eiweißabbau und stellt dadurch Aminosäurebausteine zur Verfügung, welche dann in Glucose umgewandelt werden (Glukoneogenese). Erreicht werden soll eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels und vermehrte Glykogenbildung der Leber in Stresssituationen. Auch Milchsäure wird in der Leber zu diesem Zweck in Glucose umgewandelt.

Diese Auswirkungen auf den Stoffwechsel betreffen auch unsere Skelettmuskulatur. Cortisol hemmt den Aufbau von Proteinstrukturen (Proteinsynthese/Anabolismus) und fördert gleichzeitig den Abbau von Proteinstrukturen im Muskel (Katabolismus). Neben dem aktiven ist auch das passive Bewegungssystem (Knochen, Sehnen, Bänder…) von diesem Katabolismus betroffen.

Zuviel Cortisol baut Muskeln und weitere Körpersubstanzen ab!

 

Körperfett

Cortisol hemmt  die Glukoseverwertung und sorgt so für ein verstärktes Freisetzen von Fettsäuren aus den Fettzellen zur Energiebereitstellung im Blut. Cortisol holt hierzu auch das Stresshormon Adrenalin zu Hilfe, indem es dessen Synthese aus der Umwandlung von Noradrenalin und Dopamin anregt. (der Dopaminspiegel und damit die Konzentrationsfähigkeit u.a. sinkt)

Der in den Fettzellen gegensätzlich ablaufende Vorgang des Aufbaus von Fettspeichern wird durch Cortisol gehemmt. Dies klingt auf den ersten Blick nach einer positiven Eigenschaft…ABER… Bei krankhafter Erhöhung oder bei psychischem Stress gibt es für die freigesetzten Fettsäuren im Blut keine energetische Verwendung, sie werden nicht verbraucht.

Die Folge davon ist, dass sich die Fettsäuren nach Abklingen der hohen Cortisolkonzentration wieder den Weg in die Fettzellen suchen, um dort wieder gespeichert zu werden. Leider geschieht diese Wiedereinschleusung oftmals systematisch und vorwiegend in den Fettspeichern der Bauchfettregionen. Dort werden die Fettsäuren als gefährliches, viszerales Bauchfett gespeichert und erhöhen so das Risiko für Stoffwechselerkrankungen.

Dauerhaft erhöhtes Cortisolaufkommen führt nicht zu Fettabbau sondern zu einer Umverteilung von Fett in Richtung Bauchfett.

 

Insulin, Diabetes und Appetit

Glucose wird gleichzeitig aufgrund der stattfindenden Glukoneogenese aus Aminosäuren vermehrt ins Blut abgegeben, aber gleichzeitig hemmen Cortisol und Adrenalin gemeinsam den Eintritt von Glucose in die Zelle (Rückgang der Insulinsensitivität), damit genügend Glucose für die Umsetzung in Bewegung im Blut vorhanden ist. Unter Belastung verarmt die Zelle und schreit nach Glucose.

Folge: Diese Konstellation sorgt für ein erhöhtes Insulinaufkommen, da Insulin immer dann produziert wird, wenn zu viel Glucose im Blut schwimmt. Der Zustand ist bei erhöhtem Cortisolaufkommen dauerhaft gegeben und führt so zur Ausbildung von Diabetes Typ II sofern man nichts dagegen unternimmt.

Sorgt man für einen Rückgang des Cortisolspiegel (über eine Medikation oder sonstige Maßnahmen), wird die Glucose aufgrund der sehr hohen Insulinkonzentration im Blut förmlich in die Zellen geschossen. Das Blut leert sich sehr schnell und wird glucosearm (Hypoglykämie – Unterzucker). Die unvermeidbare Folge daraus ist das Entstehen von Heißhunger und Appetit auf Kohlenhydrate, die dann in echtes Fett umgewandelt werden. (s.o.)

Zuviel Cortisol führt zu Heißhunger und fördert Diabetes Typ II.

Erhöhte Cortisolkonzentrationen bedeuten zudem ein verringertes Aufkommen von Schilddrüsenhormonen. Da dieses Hormon für die Einstellung unseres Ruhestoffwechsels verantwortlich ist, bedeutet eine Verringerung eben auch eine Senkung der Stoffwechselrate und somit einen Rückgang des Grundumsatzes.

 

Erhöhter Blutdruck und verminderte Durchblutung

Glykocortikoide wie Cortisol wirken sich immer auch auf den Mineralienstoffwechsel aus. Es kommt über eine Verstärkte Konzentration von Kalium und Natrium zu einer Ansammlung/Zurückhaltung von Wasser, d. h. eine verstärkte Wasserbindung im Körper, welche zur Erhöhung des Blutdrucks beiträgt.

Cortisol erhöht den Blutdruck und das Körperwasser. Gleichzeitig wird die Bildung von Stickstoffmonoxid NO aus L-Argenin gehemmt, was dazu führt, dass sich die Blutgefäße enger zusammenziehen, der Blutdruck ansteigt und die Durchblutung vermindert ist. Dies hat weit reichende Bedeutung, wenn es um die Durchblutung und Versorgung unserer Muskulatur aber auch für die Durchblutung aller Organe und deren Funktionen geht.

Cortisol erhöht den Blutdruck und hemmt die Durchblutung.

 

Erhöhtes Infektionsrisiko

Cortisol wirkt hemmend auf alle Entzündungen und Allergien bzw. lässt diese gar nicht erst entstehen. Dies schützt uns im Ernstfall vor einem lebensbedrohlichen Zustand. Es wirkt jedoch auch blockierend auf die Neubildung von weißen Blutzellen (Leukozyten und Lymphozyten) und unterdrückt somit die normale Immunabwehr.

Somit besteht unter erhöhtem Cortisolspiegel ein dauerhaft erhöhtes Infektionsrisiko. Auch die Wundheilung wird negativ beeinflusst.

Cortisol erhöht die Gefahr einer Infektionserkrankung.

 

Anhang: Stress, Cortisol und weitere Hormone:

 

Dopamin

Zuständig ist das Dopamin für unsere Motivation, unseren Antrieb, unsere Koordination und die Regulierung unseres Appetits.

Unsere Denkfähigkeiten werden verringert, wenn wenig Dopamin freigesetzt wird. Leichter Dopaminmangel bewirkt ein Nachlassen unserer Motivation und Leistung, es kommt zu Depressionen und Bewegungsstörungen. Ein schwerer Dopaminmangel kann zur Parkinson-Erkrankung führen. Eine über längere Zeit andauernde hohe Konzentration von Dopamin führt zu Erschöpfung, zur Schädigung unserer Nervenzellen und nach heutigem Wissensstand auch zu Schizophrenie.

Dopamin hat in Verbindung mit Noradrenalin einen wesentlichen Einfluss auf unser Glücksempfinden. Es gilt als Glückshormon und löst eine Art Glücksrausch aus.

Dopamin steigert unsere Wahrnehmungsfähigkeit, ist zuständig für die Vorfreude auf schöne Ereignisse und wird bei Belohnung und angenehmen Erfahrungen freigesetzt.

 

Serotonin

Serotonin ist als das körpereigene Antidepressivum (Glückshormon) bekannt. Es ist ein dämpfend-entspannend und stark stimmungsaufhellend wirkender Neurotransmitter, schlaffördernd, antidepressiv, schmerzhemmend und motivationsfördernd. Zudem beeinflusst Serotonin positiv das Sättigungsempfinden und wirkt damit appetitreguliernd. Serotonin wird nicht nur im Nervensystem gebildet. Die größten Konzentrationen finden sich vielmehr im Magen-Darm-Trakt, wo es bei der Regulation der Motilität, Motorik und Resorptionsfunktion mitwirkt. (Glück geht durch den Magen) Weiter enthalten die Thrombozyten (Blutplättchen) sehr viel Serotonin.

Der Serotoninmangel, verstärkt durch Melatonin- und Dopaminmangel, führt zu Depressionen, Angstzuständen, Konzentrationsmangel, Schlaflosigkeit, Migräne, Fibromyalgie (unspezifische Bindegewebsschmerzen), Empfindungsstörungen (MCS) und schwerer Abgeschlagenheit (Fatigue, CFS).

Melatonin

Melatonin ist ein Hormon, das den Schlaf reguliert . Es gibt den Takt für unsere Hormonzyklen an. Mangel an Melatonin bedeutet Mattigkeit und Antriebslosigkeit sowie die bei Burn-out auftretenden Schlafstörungen .

 

DHEA

DHEA wird als Jungbrunnen Hormon gesehen, der junge Organismus produziert es in einem viel höheren Ausmaß.Herzerkrankungen, Wahrscheinlichkeit von Alzheimer Erkrankung, Gehirnstoffwechsel, Diabetesneigung, besserer Fettstoffwechsel, Osteoporose, Infektionsrate – all das wird durch DHEA positiv verändert. Gemessen wird das Verhältnis Cortisol/DHEA, je niedriger dabei der DHEA Pegel desto ungünstiger die Auswirkungen.

 

Nicht zuletzt seien die Sexualhormone erwähnt, die unter Stress nicht mehr gebildet werden. (Testosteron und Estradiol)  Der Mangel stört nicht nur das Verlangen, sondern auch die körperspezifische Regeneration des männlichen und weiblichen Körpers.

 

2 Gedanken zu „Folgen von Dauerstress

  1. .albino springhetti sagt:

    bitte ist ein DHEA-sulfat wert mit ug/dl 139.4 (normwert 10.0 – 80.0) als erhoeht sprich zuviel produktion od. zu wenig angesehen? danke

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