Meine Geschichte mit Burnout

Umwege erhöhen die Ortskenntnisse!

Seit ich denken kann ist und war mein Traumberuf, Menschen dabei zu unterstützen, ein erfülltes Leben leben zu können. So hatte ich auf meinem Weg, den geeigneten Platz zu finden, wo ich meinem Herzenswunsch  leben konnte,  einige Zwischenetappen zurück gelegt, bis ich 1990 in der medizinischen Reha für Abhängigkeitserkrankungen ein stimmiges Tätigkeitfeld fand.

Hier fand ich zunächst mein berufliches zu Hause, konnte ich mich mit meinen Fähigkeiten bei den unterschiedlichsten Aspekten von Stress, psychischen Überlebensstrategien und Wege aus einer Krise einbringen.

Viele Fort- und Weiterbildungen erweiterten in den Jahren meine Kenntnisse und Möglichkeiten. Auch wenn die Arbeit in den vorhandenen Strukturen und mit dem Klientel alles andere als einfach war, konnte ich sie für mich als sinnvoll und erfüllend finden.

ich in meiner Lieblingsstadt, Ponta do Sol

Nicht zuletzt, weil ich stets darauf achtete, für mich durch meine Hobbies (Tanz, Fotografie und Reisen) und andere Projekte einen Ausgleich zu schaffen.

Burn-Out? Ich doch nicht!

Die Veränderung kam schleichend. Äußere strukturelle Veränderungen stellten zunehmend den Sinn der Arbeit in Frage. Aber noch dachte ich, ich könnte mich damit arrangieren und durch verstärkten Einsatz oder andere Maßnahmen die Situation verändern. Dass dies nicht so wirklich funktionierte merkte ich erst, als ich die Freude an meinen meist selbst geplanten Reisen verlor. Wenn ich für das, was mir immer wichtig was nicht mehr genügend Energie habe, dann läuft etwas schief.

Ich begann über Alternativen nach zu denken. Anlass war eine Reise auf die kapverdischen Inseln. Über einen Urlaub, eine geführte Wanderreise, Menschen wieder einen Weg zu sich finden zu lassen, war die Idee für ein neues Konzept, das ich in den nächsten Jahren vorantrieb und den Wunsch in mir bestärkte, mehr im Bereich der Vorsorge tätig sein zu wollen.Coaching-Reise

Diese Perspektive lenkte mich von der zunehmend nervigen Arbeit ab, gab neue Impulse, auch wenn die Arbeit dann bis in die Nächte hinein weiter ging. So baute ich nebenbei eine eigene Praxis auf und begann in die Öffentlichkeit mit dem Thema Burnout-Prävention zu gehen. Es beseelte mich, gab Freude und auch eine neue Herausforderung.

Zu der Zeit war das Thema noch nicht so in aller Munde und es gab unterschiedlichste Ansätze, die ich für mich nicht befriedigend fand. Ich suchte nach einem Faden, nach plausiblen Erklärungen, die ich vermitteln konnte. So suchte, recherchierte ich bis in die Morgenstunden, nahm die Fragen mit in den meist nicht mehr wirklich vorhandenen Schlaf. Meine Hobbies und meine Freunde mussten halt warten bis…
Natürlich bemerkte ich, dass die Gedanken nicht mehr so einfach flossen, aber ich stand ja kurz vor dem Durchbruch.

Der kam dann auch, aber anders als erwartet:

Als ich die Stadien des Weges zum Burn-Out durcharbeitete stellte ich anhand der Symptome fest, wie weit ich selbst unten gelandet war. Wie konnte das passieren? Ausgerechnet mir? Ausgerechnet bei dem Thema?
Erst kam des Erschrecken, dann ein Gefühl der Peinlichkeit und Scham und dann ein offenes Umgehen mit der Situation.

Darüber bekam ich einen anderen Zugang zu den Ursachen und konnte meine bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Körper, Psyche und Denken neu ordnen und zu einem schlüssigen Ansatz verbinden. So konnte ich auch geeignete Maßnahmen entwickeln.

Nichts desto trotz musste ich die Reißleine ziehen, nur um fest zu stellen, dass es schon fast zu spät war. Zu sehr hatte ich Raubbau betrieben, und es war nicht ganz einfach der Ärztin klar zu machen, dass ich zwar alle Symptome einer mittelschweren Depression hatte, jedoch dies nicht die für mich zutreffende Diagnose war. Nun musste ich meine mühsam erworbenen Erkenntnisse an mich anwenden. Zwar zeigten sie ihre Richtigkeit, jedoch war der Weg hinaus alles andere als einfach und mal eben nicht so schnell wie gehofft. Zunächst ging nämlich fast gar nichts mehr und ich erkannte mich kaum wieder. Schnell wurde mir klar, dass ich mich und mein Leben grundlegend überdenken musste, wollte ich nicht wieder in den Sog geraten. Auch dieses hat schließlich meine heutige Arbeit bereichert.Vorträge, Seminare alles über Stress und Burnout

Zum Glück hatte ich vorher einen PlanB gefunden, ihn für mich schon aufgebaut, so dass ich meine Tätigkeit in der Einrichtung aufgeben konnte und mich nur noch meiner „Genesung“ und meiner neuen Perspektive widmen konnte. Dieses Konzept ist neben meiner Praxis und den Reisen immer mehr zu meiner Aufgabe geworden und ich habe den Schritt nie bereut. Er hilft mir, meinen Klienten einen funktionierenden Weg an die Hand zu geben, aus der Falle des Hamsterrades oder des „Selbst und Ständig“ heraus oder gar nicht herein zu kommen. Eine Burnout-Vorsorge der nachhaltigen Art, die ich gerne an Menschen weitergebe, die sich ein selbst bestimmtes Leben aufbauen oder erhalten wollen.

Welcher Weg dieses ist …